Kampf gegen Schimmelbefall von gelagertem Getreide

Kees Verburg
Business Development Manager
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Von Kees Verburg
Business Development Manager für Preservation Solutions Perstorp


Gelagertes Getreide ist anfällig für Mikroorganismen. Zu diesen Mikroorganismen gehören auch Schimmelpilze, die in der Natur überall vorkommen oder sogar bereits in Getreidesilos vorhanden sind. Unter bestimmten Bedingungen können Schimmelpilze gut gedeihen, was erhebliche Auswirkungen auf das Getreide haben kann. Schimmelpilze können den Nährwert von Getreide und damit die Qualität und den Wert des Futtermittels reduzieren, so dass auch die Tierleistung entsprechend abnimmt. Außerdem können Tiere, die schimmelbelastetes Getreide fressen, schwere gesundheitliche Schäden davontragen, und auch die menschliche Gesundheit wird hierdurch gefährdet.

Schimmelpilze und Tierleistung
Wenn Tiere mit Getreide gefüttert werden, das schimmelbelastet ist, kann ihre Leistung hierdurch deutlich sinken, denn Schimmel reduziert den Nährwert von Getreide abhängig von der jeweiligen Schimmelpilzart erheblich. Ist der Schimmel mit bloßem Auge zu erkennen, muss davon ausgegangen werden, dass er bereits in Konzentrationen von rund einer Million koloniebildenden Einheiten pro Gramm im Getreide vorhanden ist. Ein derartiger Schimmelbefall kann den Nährwert des Getreides um bis zu 5 % reduzieren. Für seine Vermehrung entzieht der Schimmelpilz dem Getreide Energie, Proteine und Fette. Schimmelbefall kann zu einer Verfärbung des Getreides führen und die Staubbildung erhöhen. Bei manchen Tieren - und Menschen - können der durch die Schimmelpilze verursachte Staub oder der Schimmelpilz selbst allergische Reaktionen auslösen. Der Schimmelbefall verändert auch den Geschmack und Geruch des gelagerten Getreides. Dies kann dazu führen, dass die Tiere die Futteraufnahme verweigern, selbst wenn das Getreide in gemischten Futtermitteln angeboten wird, denn sie können sich die nicht befallenen Getreidekörner nicht selektiv heraussuchen. Die Leistung der Tiere geht aufgrund des reduzierten Nährwerts und der geringeren Futteraufnahme um 5 bis 10 % zurück, was für die Erzeuger entgangenen Gewinn bedeutet.

Schimmelpilze und Mykotoxine
Alle Schimmelpilzarten, von denen gelagertes Getreide befallen werden kann, können die Qualität des Getreides und seinen Nährwert verringern und entsprechend negative Auswirkungen auf die Tiere haben. Die berüchtigtsten Schimmelpilzarten sind jedoch Aspergillus und Penicillium. Beide Arten können Mykotoxine erzeugen - eine Gruppe krebserregender Chemikalien, die für Tiere auch in niedrigen Dosierungen sehr giftig sein können, selbst in Konzentrationen im ppb-Bereich (parts per billion, Anzahl Teile pro Milliarde). Sie wirken sich auf den gesamten Körper aus und schädigen die Organe, einschließlich Leber, Nieren und Darm. Außerdem beeinträchtigen sie die Wachstumsrate und die Fortpflanzung. Wiederkäuer sind aufgrund der Wirkung der Mikroflora im Pansen etwas weniger anfällig für die Auswirkung von Mykotoxinen als andere Tiere, wie zum Beispiel Geflügel. Die Toxine werden jedoch immer noch aufgenommen und können über die Milch in die Nahrungskette des Menschen gelangen. Milch mit einem Aflatoxin (M1)-Gehalt von mehr als 0,05 Teilen pro Milliarde wird von den Molkereibetrieben abgelehnt, so dass die Milcherzeuger geringere Einnahmen erzielen. Ihre Gesamtverluste sind jedoch wegen der bereits entstandenen Kosten für die Futtermittel und der Kosten für die Entsorgung der kontaminierten Milch viel höher. Mykotoxine können zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen und abhängig von der Dosis und der Exposition auch tödlich für Tiere und Menschen sein. In den meisten Ländern darf Getreide, dessen Mykotoxin-Gehalt bestimmte Grenzwerte überschreitet, nicht in den Futtermittelmarkt eingeführt werden, was erhebliche wirtschaftliche Schäden bedeutet. In den letzten Jahren haben weltweit immer mehr Länder Vorschriften in Bezug auf Mykotoxine erlassen.

„Angesichts der erheblichen politischen, wirtschaftlichen und klimatischen Veränderungen können wir es uns nicht leisten, die Notwendigkeit des Getreideschutzes zu ignorieren.”

Ein ganzheitliches Konzept für die Getreidekonservierung
Wie können Schimmelbefall und Mykotoxin-Bildung in Getreidesilos vermieden werden? Die wirksamsten Präventionsstrategien beinhalten eine ganzheitliche Vorgehensweise. Qualitativ hochwertiges Getreide ist widerstandsfähiger gegen Schimmel. Unbeschädigte Körner sind weniger anfällig für Schimmelbefall. Da Schimmelsporen durch Risse leichter in den Samenkern eindringen können, ist für die Schimmelprävention eine sorgfältige Vorgehensweise beim Ernten wichtig. Lagerausstattung und Silos müssen in gutem Zustand gehalten und gründlich gereinigt werden, da Schimmelpilze durch Risse eindringen oder in den Behältern schlummern können, wenn diese nicht gereinigt werden. Ein niedriger Feuchtigkeitsgehalt hemmt die Schimmelbildung.

„Die wirkungsvollsten Strategien zur Schimmelprävention beruhen auf einer Kombination verschiedener Maßnahmen in einem ganzheitlichen Ansatz.”

Die erste Präventionsmaßnahme besteht darin, zu Beginn der Einlagerung sicherzustellen, dass das Getreide auf einen niedrigen Feuchtigkeitsgehalt getrocknet wird (der ideale Gehalt hängt von der spezifischen Getreideart ab). Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit müssen während der gesamten Lagerungszeit gesteuert werden und das Getreide muss auf „hot spots“ überwacht werden, also auf Stellen mit lokalem Schimmelbefall, da sich der Schimmel von dort aus im Silo ausbreiten kann. Solche Schimmelstellen im Getreide müssen sofort entfernt werden. Und schließlich sollten organische Säuren eingesetzt werden, die die Schimmelbildung hemmen. Jahrelang wurden von den Getreidebauern Propionsäure, Essigsäure und Sorbinsäure zum Schutz des gelagerten Getreides verwendet.

Experte für Futtermittel
Kees Verburg
Business Development Manager für Konservierungslösungen Perstorp

Kees ist auf einem Milchviehbetrieb in den Niederlanden geboren und aufgewachsen. An der Universität Wageningen in den Niederlanden erwarb er einen Bachelor-Abschluss in Animal Science und einen Master-Abschluss in Animal Nutrition mit Spezialisierung auf die Ernährung von Wiederkäuern. Nachdem Kees zunächst in der Futtermittel- und Agrartechnologie-Branche (Melkroboter) als Spezialist für Milchkühe und Ernährungsexperte tätig war, kam er im Jahr 2012 als Produktmanager zu Perstorp und arbeitete für Perstorp auch als Technical Sales Support Manager für Nutritional Additives (ernährungsphysiologische Zusatzstoffe) in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) und Lateinamerika. Heute ist er unser Business Development Manager für Preservation Solutions.  

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